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Weihnachten 2019

Weihnachten 2019







Advent und Weihnachten - das ist die Zeit der kurzen Tage und langen Nächte, und wie jedes Jahr träumen wir davon, dass weiße Flocken unsere Welt verzaubern. Die vielen Lichter der festlich geschmückten Straßen und Fenster sind da ein kleiner Ersatz für das knappe Himmelslicht. Es ist die Zeit, in der Sehnsüchte geweckt werden, Sehnsüchte, die uns den Weg weisen und wo Menschlichkeit einmal mehr wieder an Bedeutung gewinnt, weil in ihr die wahre Liebe wohnt. Es ist schön, den Zauber dieser Zeit zu kosten und mit ihr ins neue Jahr zu gehen.

Wir wünschen geruhsame Festtage!                                                    







Bild: Bethlehem, Karsten Brätz, VK auf Anfrage

Im Reich des Wolkenreiters

Im Reich des Wolkenreiters
"Ein Mongole ohne Pferd ist wie ein Vogel ohne Flügel"


Sattelfest und mutig, so müssen mongolische Männer sein. Mit ihrer Reitkunst begründeten die Nomaden vor rund 800 Jahren das mongolische Weltreich.  In kriegerischen Zeiten mussten alle Reiter fest im Sattel sitzen und in der Lage sein, im Galopp treffsicher eine Lanze zu werfen oder Beute zu ergreifen. Die mongolischen Frauen sollen der Reitkunst ihrer Männer in nichts nachgestanden haben.  

Die Mongolei ist Nomadenland, soweit das Auge reicht, ein Land, das viermal so groß ist wie Deutschland und das neugierig macht. Die Mongolen gelten als sehr gastfreundlich, bei der formellen Begrüßung werden Schnupftabakfläschchen ausgetauscht. Einer von  Dschingis Khans Söhnen soll das Ritual eingeführt haben. Man bezeugt sich gegenseitig Respekt, indem man daran riecht.

Im  Nomadenleben der Mongolen spielen ihre Jurten eine wichtige Rolle. So eine Jurte ist eine ganze Wohnung, in nur einem Raum. Kochen, essen, wohnen und schlafen - alles in der Jurte. Jede Jurte hat einen Altar, auf dem heilige Bücher und die Schutzgötter der Mongolei stehen.

Am Morgen melken die Frauen die Kühe, Schafen und Ziegen - das ist stets Frauensache -, während die Männer das Vieh auf die Weide treiben.

Landwirtschaft gibt es in der Mongolei so gut wie keine, und daher ist das Vieh die Lebensgrundlage der Nomaden. Ziegen- und Schafmilch gibt es nur in den Sommermonaten, die Nomaden müssen dann bereits ihre Wintervorräte anlegen. Wenn es draußen bis zu minus 40° C kalt wird, braucht man jede Menge Käse, aber auch Butter und Joghurt. Gepresst und getrocknet bleibt der Käse bis zum Winter haltbar.

Das Naadamfest, das im Juli stattfindende Nationalfest der Mongolei,  bedeutet Wettkampf mit Disziplinen wie Ringen, Bogenschießen und Langstrecken-Pferderennen. Die Regeln beim Ringkampf sind einfach. Wer zuerst den Boden mit einem anderen Körperteil als dem Fuß oder der Handfläche berührt, hat verloren.

Die Mongolei hat eine lange Geschichte. Die Hauptstadt Ulan Bator liegt eingebettet in eine Hügelkette und ist in jeder Hinsicht das Zentrum des Landes. Früher lag in diesem Talkessel der Ort Urga, der ehemalige Name für Ulan Bator, ein bedeutendes Handelszentrum zwischen Russland und China.

Die Zentren alter Mongolenreiche im Tal des Orchon bedeuteten für die Mongolen schon damals die Mitte der Welt. Die alte Hauptstadt Karakorum war um 1220 die Residenz Dschingis Khans am Ufer des Flusses Orchon, der Lebensader der ganzen Region. Erst unter Ögedei Khan, dem Sohn und Nachfolger Dschingis Khans, entwickelte sich Karakorum zur ersten Hauptstadt des Mongolenreiches. Von ihm wurde die bedeutende Residenz zu einer richtigen Stadt ausgebaut und ab 1235  zusätzlich mit einer Befestigungsanlage versehen. Außerdem wurde die Stadt auch ein religiöses Zentrum und der Ort des Staatskultes. Nachdem unter Kublai Khan der Buddhismus zur Staatsreligion erklärt wurde, hatten die Mongolen alles, was für die Stabilität eines großen Reiches erforderlich ist: Eine Hauptstadt, eine verbindende Schrift und eine Hochreligion.

Die Großkhane holten sich fremde Handwerker und Künstler ins Land, vor allem aber in ihre neue Hauptstadt. Die Mongolen eigneten sich die Kenntnisse der Fremden nicht an, sondern sie ließen sie für sich arbeiten. Die fremden Handwerker und Künstler kamen teils freiwillig zu ihnen, teilweise wurden sie jedoch auch hierher verschleppt.
Genau so geschah es auch mit dem Pariser Goldschmied Guillaume Boucher, der 1241 in der in der Schlacht bei Muhi in Ungarn in Gefangenschaft geriet und von den Mongolen nach Karakorum gebracht wurde. Dort durfte er zwar die Stadt nicht mehr verlassen, aber er lebte in guten Lebensverhältnissen, neu verheiratet und mit eigenem Haus. Vom Khan bekam er den Auftrag, für seinen Palast einen Silberbrunnen zu bauen, aus dessen vier großen Silberarmen zu bestimmten Anlässen jeweils Honigmet, vergorene Stutenmiclh (Airag), Reisbier und Wein sprudelten.

Im Orchon-Tal steht das älteste und berühmteste Kloster der Mongolei  - Erdene Dsuu. Das 1586 gegründete Kloster  - deutsch "Kostbarer Herr" - befindet sich in nahe Karakorum, der ehemaligen Hauptstadt des mittelalterlichen Mongolenreiches.  

Und hier beginnt die Geschichte vom Wolkenreiter im Kloster Erdene Dsuu ...

„Das Blau des unendlichen Himmels bedeckte wie ein zerrissener Vorhang die weite Landschaft. Es war der Übergang vom Winter zum Frühjahr, und wie in jedem Jahr kam mit dem Wechsel der Jahreszeit die Zeit der zornigen Winde. Seit gestern Nacht fegten die Windbrüder wild entfesselt und heulend um die Tempelanlage des Klosters. Sie rüttelten an den Türen der Jurten, die innerhalb der Klostermauern standen und nahmen auf ihrem wilden Ritt alles mit, was ihnen im Weg war.Der Abt des Klosters hatte dem jungen Mönch Obo erzählt, die Windbrüder seien Reisende zwischen den Welten, die seit Anbeginn der Zeit Geschichten aus fernen Ländern mitbrachten, doch nur ein Wolkenreiter würde sie hören können. Während die Mönche geduldig das Ende des Sturms abwarteten, lag in der kleinen Halle vor dem Schrein der Abt auf Knien und betete. Er dankte den Göttern für ihre Gnade, der wilde Tanz der Windbrüder war das lang ersehnte Zeichen, es kündigte die Geburt eines Wolkenreiters an ... „


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Bücher sind wie fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

Bücher sind wie fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

"Auf einmal war er schwarz und bedrohlich nah, der Himmel über dem Land. Grollen erfüllte die Luft, blei­schwer senkten sich Wolken nieder. Das gibt gleich was, lass’ uns zur Abtei laufen, da sind wir sicher, sagte der Dicke.

Dann sahen sie, ehe sie es hören konnten, ein fah­rendes Etwas, über und über mit Blumen bemalt – als wäre es geradewegs von einer Sommerwiese ent­wischt, rollte es auf sie zu.

Plötzlich gab es einen Ruck, die Blumenkutsche stand still. Abrupt öffnete sich die Beifahrertür, irrwitziges Lachen flirrte ihnen entge­gen, gefolgt von einem Bündel, welches im hohen Bogen vor ihnen landete.

Steh’ auf und sieh nach, was uns da vor die Füße gerollt ist, grummelte er.

Fogh war inzwischen näher an das Bündel herangeschlichen. Er schluckte und versuchte, das Kratzen in seiner Kehle zu unterdrücken.

Er spitzte die Ohren, lauschte angestrengt und hörte nur ein Stöhnen. Als er begriff, dass es tief aus seinem Inneren kam, schnappte er mühsam nach Luft."   „Ihr fragt euch", damit sah er in die Richtung von Scumbag und Fogh, „wie es kam, dass ich euch vor die Füße gerollt bin. Das ist eine traurige Geschichte."   


Er nennt sich der Pilger, aufgepäppelt und wackelig auf seinen vier Pfoten, findet er in der Gemeinschaft ausgestoßener Katzen eine neue Heimat.

„Nachdem lange absolute Flaute herrschte, ist unser Bruder Santo dem Tod direkt in die Arme gelaufen.  Das ist ja starker Tobak, der ist doch verrückt gewor­den , murmelte Artayo zwischen zusammengebissenen Zähnen. 


Doch Flash schien wie vom Teufel geritten. Er kam näher, ließ seinen Blick über die Trauergemeinde schweifen und rief plötzlich laut: „Wahrscheinlich ist der Mörder sogar hier unter uns."  


Die Eintracht in der alten Abtei wird in ihren Grundfesten erschüttert als sich ein hinterhältiger, brutaler Mord ereignet. Wer war der Mörder?  Artayo begibt sich mit einigen Getreuen auf eine mörderische Jagd!


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