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Der Garten unserer Freunde …

Der Garten unserer Freunde …
Die Seele ist wie der Wind, der über die Kräuter weht, wie der Tau, der über die Wiesen sich legt, wie die Regenluft, die wachsen macht. Desgleichen ströme der Mensch ein Wohlwollen aus auf alle, die da Sehnsucht tragen. Ein Wind sei er, der den Elenden hilft, ein Tau, der die Verlassenen tröstet. Er sei wie die Regenluft, die die Ermatteten aufrichtet und sie mit Liebe erfüllt wie Hungernde.
 
Hildegard von Bingen
                      

(1098 - 1179), deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, katholische Heilige


Hildegard von Bingen, war Zeit ihres Lebens als Benediktinernonne und Meisterin der Heilkunst tätig. Alles ist eins, sagte Hildegard, und alles gehört zusammen: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Himmel und Erde, Sonne und Mond und der Sternenhimmel, Mensch und Tier, Kräuter und Steine.

Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer sind im Menschen geborgen und die Verbindung zum Himmel, die göttliche Liebe darf nicht abreißen. Wer im Einklang mit sich und der Umwelt leben kann, in der Harmonie von Geist und Seele, wer seinen Weg findet und den Mut, ihn zu gehen vermag, der hat gute Chancen gesund zu sein. Wenn aber die Harmonie gestört ist, die Dinge im Ungleichgewicht sind, dann wehrt sich die Seele und der Mensch wird krank. 

Die Klostermedizin, das  war einfach die Medizin für die Armen, für all jene die sich keinen Arzt leisten konnten. Nur eine  kleine wohlhabende Schicht konnte das Arzthonorar bezahlen. Die Behandlung des Volkes oblag den Wundärzten, Badern und Laienärzten, ja sogar den Scharfrichtern. Eine Verbindung die heute ungewöhnlich anmutet, aber dem Scharfrichter oblag auch die Wundversorgung der Gefolterten und er hatte besonders in Zeiten der Hexenverfolgung reichlich Möglichkeiten, sich medizinisches Wissen anzueignen.

Für die heilkundige Hildegard war es immer wichtig, das Wesen der Pflanzen zu ergründen. Aber manches Kraut hat nicht nur eine heilende Wirkung sondern ist Giftig. Darunter versteht man solche Stoffe, deren Einnahme von Unwohlsein und Übelkeit bis zum Tod führen können. In den Körper gelangen sie durch Einatmen, bei Verwundung über die Haut, und du kannst sie zu dir nehmen, mit Speisen und Getränken. Manche Gifte wirken ätzend und rufen Entzündungen hervor, andere üben auf die Nerven eine betäubende oder narkotische Wirkung aus. Manche haben beide Eigenschaften miteinander verbunden und erzeugen eine fäulnisähnliche Zersetzung des Blutes. Manche der schädlichen Gifte dienen, in richtiger Dosierung angewandt, als Heilmittel. Die erste Grundregel lautet daher: Iss nie etwas von einer Pflanze, deren Name oder Bestimmung du nicht kennst!

  


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