Regionales

Burg Rabenstein

Burg Rabenstein
Die Burg Rabenstein ist im Fläming  gelegen, einem Landstrich, der Radlern, Wanderern und Naturfreunden Erholung vom ersten Moment an bietet. Diesem Landstrich kommt zugute, dass er in großen Teilen unter Naturschutz steht.

Gebaut wurde die Burg als Wegwarte zur Absicherung der Handelsstraße von Leipzig über Wittenberg nach Bad Belzig an der Nordgrenze des Herzogtums Sachsen-Wittenberg.

Benannt ist die nach dem Ritter Konrad von Rabenstein.

Die Burg selbst legt Zeugnis ab von einer langen Reihe wechselnder Eigentümer, wunderbar nachzulesen in der Festschrift zu 750 Jahre Rabenstein aus dem Jahre 2001, erhältlich auf der Burg.




Die ehemalige Rüst- und Waffenkammer, im ersten Obergeschoss des Bergfrieds, wurde um 1717 zur Kapelle umgebaut. Am Tage Martini 1717, den 11. November wurde die Kapelle, anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Besuchs des Reformators Martin Luther, der 1517 auf Rabenstein Rast machte, eingeweiht.

Zeugnis dieses Ereignisses ist ein Wandgemälde. Das Wappen darauf konnte durch Nachforschungen wie folgt erklärt werden:

In der Mitte des Wappens befindet sich der sogenannte Wolfshaken: Mit diesem haben die damaligen Bewohner Wölfe, die in Gruben gefangen wurden, getötet. Der Halbmond darüber und darunter legt Zeugnis ab über die damaligen Ritter, die an Kreuzzügen bis in den Orient teilnahmen.

Bis 1860 fanden in der Kapelle Gottesdienste statt, heute fungiert sie als Standesamt für Hochzeiten.

Nach dem überraschenden Ausstieg des Arbeitsförderungsvereins aus dem langjährigen Pachtvertrag ging die Burg Rabenstein im Januar 2017 in private Hände über. Die Gemeinde verpachtet ihre Festung an die Familie Ebert. Der Berliner Gastronom Christian Ebert, seine Cousine Annette Ebert und ihr Sohn Niklas sind jetzt die neuen Burgherren.

"Natürlich haben wir Respekt vor der Aufgabe", gibt Annette Ebert zu. "Was mich wirklich am Laufen hält ist Herr Lintow, Chef des Niemegker Fremdenverkehrsvereins, er ist meine große Stütze! Seine Kenntnisse sind unerschöpflich und wertvoll für den langfristigen Erhalt und einem wirtschaftlichen Erfolg der Burg als Touristenziel für die Region."

Neben den Mittelalterfestspielen und den regelmäßig stattfindenden Ritteressen sind neue Veranstaltungen geplant. Erstmals startet auf der Burg ein großer Flohmarkt - besser kann es nicht sein, bietet doch der zentrale Innenhof die perfekte historische Kulisse für den Verkauf von Kunst und Krempel.

Mehr zur Sage von der schönen Rosemarie, von Pest und Aderlass, Körperpflege, Toiletten, Krankheiten und Heilkunst, oder wie die Fronarbeiter schuften mussten u. v. m. erfährt man bei einem Besuch auf der Burg im Burgmuseum. 

Zur Burg 49, 14823 Rabenstein/Fläming

 

Bildergalerie


Bitte klicken Sie auf ein Vorschaubild um es zu vergößern

Die Welt des Mittelalters auf Burg Rabenstein

Die Welt des Mittelalters auf Burg Rabenstein
Bereits zum 25. Mal findet in diesem Jahr das Historische Spielferienlager des Vereins „Mitwitz - Orte für Ideen" statt. Anlässlich des kleinen Jubiläums zog es die Truppe zurück auf die Burg Rabenstein, wo die Ferienlager ihren Anfang genommen haben. Die Teilnehmer reisen zurück ins Jahr 1251 und müssen die Frage nach dem Erbe von Graf Bederich zu Belzig klären.
Wir schreiben das Jahr 1251. Graf Bederich zu Belzig stirbt, ohne einen Erben zu hinterlassen. Deshalb zieht Konrad von Rabenstein, der amtierende Burgvogt, los, um vom König den Aufstieg zum Burggrafen zu erbitten. Damit seine künftige Burg vorher nicht anderweitig in Besitz genommen wird, setzt er seine Mannen ein, die Burg zu bewachen. Und das ist auch gut so - denn es nahen kampfstarke Ritter, hochgeborene Nonnen, ein Bautrupp und eine Schar Gaukler. Was aber wollen sie alle in Rabenstein?


Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell 35 Mädchen und Jungs sowie die Mitglieder des Vereins „Mitwitz - Orte für Ideen" bei dessen 25. Historischen Spielferienlager. Zum diesjährigen Jubiläum zog es Gründungsmitglied Iris König und ihre Mitstreiter zurück in den Hohen Fläming - denn schon das erste Ferienlager des Vereins fand auf der Burg Rabenstein statt. „Damals trug es noch nicht den Namen Historisches Spielferienlager", sagt König. „Die Idee, so etwas umzusetzen, hatten wir da aber bereits."

Mehr als die Hälfte der Kinder nehmen ein zweites Mal teil

Das Konzept ist schnell erklärt: Die Vereinsmitglieder - allesamt Ehrenamtler - suchen nach einem Spielort und überlegen sich einen historisch authentischen Aufhänger sowie eine Geschichte, die dort angesiedelt werden könnte. Diese wird dann von den Kindern mit Leben gefüllt. „Die Kinder, die einmal bei uns mitgemacht haben, werden in 80 Prozent der Fälle zu Wiederholungstätern", weiß Iris König. Am meisten Spaß bereite ihr das gemeinsame Entdecken mit den Kindern, auch das Entdecken der Langsamkeit. „Oft entsteht eine ganz besondere Dynamik, die die Kinder in ihr Spiel übernehmen. Man entdeckt dabei auch Dinge für sich, die man so vielleicht nicht entdeckt hätte."

In diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist Finja Hofmann aus Naunhof in Sachsen. „Das ist mal was anderes und es ist interessant, im Mittelalter zu spielen", sagt die Zwölfjährige. Im Spiel ist sie die 17-jährige Ida, eine fertig ausgebildete Gesellin für alle Arten dekorativer Kunst. „Ich finde es toll, dass wir nur im Freien sind", sagt Finja. „Außerdem bastele ich gerne, und deshalb ist es schön, dass ich in der Handwerkergruppe gelandet bin."

Unweit der Handwerker haben sich die Nonnen niedergelassen, die auf ein neues Kloster in der Burg aus sind. Bis ihr Ansinnen angehört wird, versuchen sie, ihren rituell strukturierten Klosteralltag so gut es geht aufrecht zu erhalten. Die Nonne Wilhelmina wird dabei von Mia Wilhelm gespielt. Die Leipzigerin war bereits im vergangenen Jahr beim Spielferienlager dabei. „Alles hier macht mir sehr doll Spaß und man lernt immer neue Freunde kennen", sagt die Zehnjährige.

Alle Teilnehmer bekommen im Vorfeld die erdachte Geschichte zugeschickt und eine Rolle zugeteilt. Gemeinsam mit den Eltern sollen sie sich dann einen mittelalterlichen Namen und eine kleine Geschichte zu ihrem Charakter überlegen. Auch ein Kostüm sollen sie sich mitbringen - der Verein gibt dafür Tipps auf seiner Internetseite.

Besucherverkehr muss während des Spiels ignoriert werden.

„Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Kinder mitspielen", sagt Kerstin Hohlfeld, die seit 2005 als Betreuerin dabei ist. Sie meint das auch im Hinblick auf den Umstand, dass die Burg Rabenstein während des Spielferienlagers öffentlich zugänglich bleibt. So kann es schon mal vorkommen, dass Besucher durch das Naturschutzgebiet und direkt an den mittelalterlichen Spielstätten vorbei spazieren. Aufgabe der Spieler ist es, das zu ignorieren.

Der neunjährige Maksim Lubitz meistert das ebenso vorbildlich wie die anderen Kinder. Er spielt Jakob, einen Burgwächter und ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. „Mein Onkel macht hier immer mit und hat mich gefragt, ob ich mal mitkommen will", erzählt der Berliner. Bereut hat er diese Entscheidung nicht. „Es gefällt mir alles sehr gut", sagt er.

Handys oder Spielekonsolen sind während des Spielferienlagers nicht erlaubt - Bücher oder Brettspiele dürfen sich die Kinder aber zur Freizeitgestaltung mitbringen. „Nicht jeder gibt sein Handy gleich freiwillig ab", erzählt Kerstin Hohlfeld, die außerhalb des Ferienlagers Geschichtslehrerin ist. „Manche Kinder testen natürlich ihre Grenzen aus, aber grobe Verstöße hatten wir bisher noch nicht."

In einer allabendlichen Show bereitet das sogenannte Doku-Team Hintergründe und Fragen, die die Kinder aus dem Spiel mitbringen, auf - beispielsweise welche Rechte die Menschen aus unterschiedlichen Ständen im Mittelalter hatten. „Wir wollen dabei aber so modern wie möglich sein und die Antworten spielerisch zeigen, ohne Schule zu spielen", erklärt Hohlfeld.

MAZ von Josephine Mühln

Artikel veröffentlicht: Montag, 24.07.2017 19:53 Uhr

Artikel aktualisiert: Donnerstag, 27.07.2017 02:15 Uhr

Foto: Auch der Deutschritterorden ist nach Rabenstein gekommen, um die Burg in Besitz zu nehmen.

Quelle: Josephine Mühln

 


Seitenanfang