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Ritter Sloteko und seine Reisen mit dem askanischen Hof

Ritter Sloteko und seine Reisen mit dem askanischen Hof
Wer sich für das Städtchen Werder an der Havel und seine Geschichte interessiert und zudem lesebegeistert ist, dem sei hier ein ganz besonderes Werk empfohlen. 

Die Autorin Marianna von Klinski-Wetzel hat mit dem Buch „Ritter Sloteko und seine Reisen mit dem askanischen Hof" aus einem kosmopolitischen Geist heraus ein künstlerisches Werk geschaffen.

Geboren wurde Marianna v. Klinski-Wetzel 1939 in Münster/Westfalen. Nach ihrer Geburt zog sie mit ihrer Familie nach Wildpark-West und lebte dort bis 1957. Sie absolvierte ihr Abitur und Studium in Berlin-Charlottenburg mit dem Abschluss als Lehrerin für Kunst und Werken.

Viele Jahre lebte sie mit ihrem Mann und den drei Kindern in der Nähe von Heidelberg. Aus beruflichen Gründen hielt sich die Familie einige Jahre im Ausland auf und lebte in der Schweiz, in Brasilien und in Südafrika.

Nach eigenen Worten war sie, nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten und eigene Wege gingen, regelrecht ausgehungert nach Büchern, und die nächsten Jahre ihrer Lebenszeit waren Jahre der Lehrzeit, die sie in verschiedenen Archiven und Bibliotheken zubrachte.
So beschäftigte sie sich mit der Genealogie ihrer Familie, derer von Klinski, die aus Westpreußen stammt. Einige Jahre vergingen mit der Erforschung ihrer Familiengeschichte, u. a. erstellte sie dazu einen Familienstammbaum.

„Das war eine gute Lernphase, um sich mit den Gepflogenheiten eines Archivs auseinanderzusetzen und sich in der Fülle der Dokumente zurechtzufinden. Ich habe gelernt, Kirchenbücher zu lesen, Lehnverhältnisse, Verleihungen und Verschenkungen zu hinterfragen, Pachtverhältnisse und deren Verläufe zu beschreiben". Recherchen zur zeitgeschichtlichen Darstellung sind auch immer mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Die verschiedenen  Archive bewahren vorrangig „Schriftgut", historische Unterlagen, auf, die herangezogen werden können, doch solch eine Suche ist vergleichbar der Suche nach dem „Heiligen Gral", wobei die Autorin hier mehr Glück hatte, fündig wurde und Unglaubliches zusammentrug.

Sachlich und informativ wird auf 424 Seiten die Geschichte von Ritter Sloteko, der als einfacher Hofschreiber im Jahr 1305 seinen Dienst am Hof antrat, geschildert. Er durchlebte eine für seine Zeit einzigartige Karriere. Der askanische Hof bevorzugte markgräfliche Burgen und Höfe, da in Klöstern und Kirchen die Unterbringung des Gefolges für die Gastgeber erhebliche Kosten verursacht hätte. Wichtige Reiseziele waren u. a. in Berlin die Burg Spandau, die Kirche zu Eberswalde, die Vogtei-Burg zu Liebenwalde und die Burg zu Torgelow - der geneigte Leser kann dem Ritter auf seinen Reisen folgen.

Warum im Spätsommer 1317 Slotekos beispielloser Aufstieg durch den Markgrafen Waldemar beendet und im selben Jahr bestimmt wurde, dass er dem Kloster Lehnin die Insel Werder als Geschenk mit einer Entschädigung für verloren gehende Einkünfte überlassen musste, ist anschaulich dargestellt.      

Marianna v. Klinski-Wetzel: „Ritter Sloteko und seine Reisen mit dem askanischen Hof"
Zu bestellen über: marianna.von.klinski@t-online.de
Erschienen im Selbstverlag 2017, 424 Seiten: 39,50 €
Erhältlich: Buchhandlung „Internationales Buch", Brandenburger Str. 41/42, 14467 Potsdam
                   Buchhandlung Hellmich, Brandenburger Str. 161, 14542 Werder (Havel)   

Zur alten Geschichte von Werder a.d. Havel vom Jahr 1317 bis zum Jahr 1740

Zur alten Geschichte von Werder a.d. Havel vom Jahr 1317 bis zum Jahr 1740
Während ihrer Arbeit am Buch zu Ritter Sloteko legte Marianna von Klinski-Wetzel eine Pause ein, um sich mit einigen anderen Autoren der Geschichte von Werders Ortschronik zu widmen.

Die Erstveröffentlichung der Ortschronik von Werder erfolgte im Jahr 2014 mit Band 1 von „Werder (Havel) - 700 Jahre Ortsgeschichte". Dieser erste Band ist Auftakt einer siebenbändigen Reise zur Ortsgeschichte. Teil 1 umfasst die ur- und frühgeschichtlichen Funde und Belege bis zur urkundlichen Erwähnung Werders.

Marianna von Klinski-Wetzel hat anschaulich die Anfänge unserer Stadt bis hin zu Werder in der Zeit der preußischen Könige Friedrich I. und Friedrich Wilhelm I. dargestellt.

Da Zeit und Platz bei der Arbeit an der Chronik begrenzt waren, hat sie ihre Aufzeichnungen korrigiert und weitaus ausführlicher in ihrem Buch „Zur alten Geschichte von Werder a. d. Havel vom Jahr 1317 bis zum Jahr 1740" ergänzt, das 2016 erschien.

Die Marktfestsetzung in Werder, das Wappen von Werder, Fischzoll, das Freigut Lendelhaus - die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig und soll dem geneigten Leser als kleine Anregung dienen.   



Historisch bedeutsame Kost gilt es hier kennenzulernen.Die spannende und wechselvolle Geschichte Werders gibt einen Einblick, woher die Menschen kamen und wie sie lebten.   

Marianna v. Klinski-Wetzel:
„Zur alten Geschichte von Werder a. d. Havel vom Jahr 1317 bis zum Jahr 1740"
Zu bestellen über: marianna.von.klinski@t-online.de
Erschienen im Selbstverlag 2016, 156 Seiten: 24,80 €
Erhältlich: Buchhandlung „Internationales Buch", Brandenburger Str. 41-42, 14467 Potsdam
                   Buchhandlung Hellmich, Brandenburger Str. 161, 14542 Werder (Havel)    

Zur alten Geschichte des Schwielowsees und der drei Orte Caputh, Ferch und Geltow

Zur alten Geschichte des Schwielowsees und der drei Orte Caputh, Ferch und Geltow
Das Buch ist eine Fundgrube für alle an Heimatgeschichte bis zum 17. Jahrhundert Interessierten.

Es muss eine Puzzlearbeit gewesen sein, der sich die Autorin Marianna v. Klinski-Wetzel bei ihren Recherchen unterzog. Doch anscheinend hat ihr dies große Freude bereitet. Sie bewegt sich in der Zeit vom Jahr 150 nach Christi Geburt bis 1688. In jenem Jahr starb der Große Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm.

Marianna v. Klinski-Wetzel musste auf archäologische Funde verzichten. Architektonische Zeugnisse und Kirchenbücher gibt es aus diesen Zeiten in Caputh, Ferch und Geltow nach Aussagen der Autorin nicht. Mit den relativ wenigen Quellen ist sie das mutige Wagnis eingegangen, die Geschichte des Sees und der Orte, die ihn umgeben, zu erzählen. Grundlage dafür waren Familiendokumente der ehemaligen Grund- und Lehnsherren, Urkunden, frühe Landkarten und natürlich das Landbuch Karls IV., das Kunde von der Besiedelungs- und Wirtschaftsgeschichte des Spätmittelalters im Brandenburgischen gibt. Trotz der Ankündigung von nur mageren Quellen wird der interessierte Leser mit einer Fülle von Informationen zur Region konfrontiert.

Die Geschichte der Ortschaften wurde geprägt durch die Grundherren, die das jeweilige Land von den Markgrafen als Lehen übertragen bekamen. Während Ferch sich teilweise noch Mitte des 17. Jahrhunderts im Besitz des Lehnsherrn Rochow befand, gingen Caputh und Geltow in dieser Zeit in staatlichen Besitz über. Sie wurden von Domänenämtern verwaltet.

Die märkischen Uralt-Adelsfamilien von Trest, von der Groeben, von Hake und von Rochow sind mit den Ortschaften rund um den Schwielowsee eng verbunden. Marianna von Klinski-Wetzel konnte bei ihren Recherchen auf direkte Informationen der heutigen Familie von der Groeben, deren Urahnen in Geltow „regierten", einfließen lassen. Geltow wurde bekanntlich gemeinsam mit Potsdam erstmals in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. an seine Schwester Mathilde im Jahre 993 erwähnt. Die Autorin berichtet über die intensiven Streitigkeiten der Familie mit den Mönchen des Klosters Lehnin in Sachen Landbesitz. Sie ist auch der Auffassung, dass es bereits um 1355 eine Kirche in Geltow gegeben hat, denn in jenem Jahr lebte „Herr Jan, parrer zu Ghelt" im Ort.

Marianna v. Klinski-Wetzels Darstellung ist ein spannender, auch individueller Einblick in die alte Geschichte von Caputh, Ferch und Geltow gelungen, die seit 2002 zur Gemeinde Schwielowsee gehören.

Marianna v. Klinski-Wetzel: „Zur alten Geschichte des Schwielowsees und der drei Orte Caputh, Ferch und Geltow"

Zu bestellen über: marianna.von.klinski@t-online.de

Erschienen im Selbstverlag: 24,80 €

Erhältlich: Buchhandlung Internationales Buch Potsdam, Brandenburger Str. 41-42, 14467 Potsdam
                   Potsdamer Antiquariat, Lindenstraße 10, 14467 Potsdam
                   Atrium, Friedrich-Endert-Straße 26, 14548 Schwielowsee

Quelle: Auszugsweise aus: PNN, Klaus Büstrin, 01.02.2016


Wildpark-West a. d. Havel – Die Geschichte der Wiese Gallin

Wildpark-West a. d. Havel – Die Geschichte der Wiese Gallin
Mit der Geschichte der Wiese Gallin werden auch rund 700 Jahre Geschichte des Havellandes betrachtet. Der Gallin, der seit dem Jahr 1928 Wildpark-West heißt, war Teil des Lehens der Grundherren von Gelt (Geltow). Er wurde im Jahr 1242 als Rastplatz für die Mönche des Klosters Lehnin ausgeliehen, die an dieser Stelle die Havel in Richtung Spandau überquerten.

Ab dem Jahr 1317, während der nächsten 225 Jahre, beanspruchte das Kloster Lehnin den Gallin für sich als Eigentum; die Grundherren von Gelt kämpften erbittert um diesen Flecken Erde. Der Herkunft des Namen Gelt wird nachgegangen, die Urkunde von 993 wird ausführlich besprochen und der Historikerstreit um die Urkunde wird beleuchtet.

Die Bewohner von Werder haben mehr als 360 Jahre den Gallin bewirtschaftet, zuerst für das Kloster Lehnin, ab 1542 als Pächter auf dem Domänenland des Amtes Lehnin. Neue Erkenntnisse zur Insel Werder wurden erarbeitet: Wer war der Ritter Sloteke, wie und wann kam es zur Verschenkung der Insel an das Kloster.

Im Jahr 1685 wurden drei große Bauernhäuser für Schweizer Kolonisten auf dem Gallin erbaut. Die Schweizer kamen aus dem Raum Bern und aus dem Aargau, sie haben Acker- und Viehwirtschaft auf dem Gallin betrieben. Ab 1722 lebten die Schweizer Kolonisten nur noch im benachbarten Golm und in Töplitz.

Während etwa 140 Jahren waren weitere Pächter auf dem Gallin: Georg Graf von Schlieben mit der Königlichen Parforcejagd, das Potsdamer Militärwaisenhaus, Bornstedter Bauern und die Innung der Potsdamer Fleischer.

Im Jahr 1864 wurde der Gallin Privateigentum des Hauses Hohenzollern. Er wurde aufgeforstet und mit dem Königlichen Wildpark als Jagdgebiet verbunden. Nach dem Zusammenschluss mit Bornstedt bekam das neue Krongut die Bezeichnung Krongut Bornstedt-Gallin. Einige Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1928, wurden die Teile von Bornstedt-Gallin wieder getrennt; auf dem Gallin begann eine neue Besiedlungsgeschichte. Ein weiteres Thema betrifft neuere Forschungen zum Krongut Bornstedt nach dem Ersten Weltkrieg.

Im Jahr 1928 wurde die „Otto v. Estorff & Gerhard Winkler Villensiedlung" mit dem Namen Wildpark-West geplant. Die beiden Potsdamer Architekten haben zwischen 1933 und 1944 mit ihren Entwürfen das gesamte Baugeschehen in der Siedlung bestimmt. Fast alle Landhäuser, Wohnhäuser, kleine gemauerte Wochenendhäuser, sämtliche Holzhäuser und sogar die standardisierten Geräte-Schuppen sind nach ihren Entwürfen errichtet worden. Nur ganz wenige Bauherren haben von anderen Unternehmen, jedoch nach den Vorgaben des Architektenbüros Häuser in Wildpark-West bauen lassen. Über den Werdegang der Architekten wird berichtet.

Eine besondere Überraschung hält die Autorin noch parat. Die älteste Urkunde von Potsdam und Geltow aus dem Jahre 993 hat sie sich genauer betrachtet. Und sie stellte ein fehlerhaftes Lesen und Interpretieren dieser Schenkungsurkunde in der Vergangenheit fest. Nicht Geliti hieß Geltow, sondern Geltti. „Durch die Technik des Scannens am Computer lassen sich einzelne Worte ja stark vergrößern. Diese Möglichkeit führte dazu, die Faksimileausgabe der Urkunde von 993 genau zu betrachten. Der Ort auf der Potsdamer Insel trug den Namen Geltti." Geltti kommt von dem Wort Gelte. Der Ort war eine Mautstelle an der Furt. Man bezahlte bei der Havel-Überfahrt mit Naturalien.

Die Geschichte der Wiese Gallin bzw. der Siedlung Wildpark-West endet in diesem Buch in der Mitte der 1950-er Jahre.

Zitat aus der Seite 409, zweite Auflage, Juli 2008: Die Geschehnisse in der Villenkolonie wurden auf der Grundlage von Dokumenten und Zeitzeugenaussagen dargestellt. Die damaligen Ereignisse und die damit verbundenen Lebensumstände der Bewohner nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnten nur ansatzweise geschildert werden. Die Zeit der 50-er schließt einen der Entwicklungsschritte der Siedlung ab.

Die Geschichte der späteren Nachkriegszeit in Wildpark-West sollte unter zeitgemäßen Aspekten, distanziert von den jüngsten Ereignissen, von einer nachfolgenden Generation geschrieben werden. Diese Geschichte von Wildpark-West, die noch darzustellen ist, sollte von einer Verantwortung der Gegenwärtigen für die Zukunft getragen sein - sie könnte auch von einer Scheune handeln, die es zu bewahren gilt. Zitat Ende

Im Teil 2 werden Sonderthemen behandelt:

Kap. X - Die Entstehung und der Werdegang der Bootswerft Görrissen ab dem Jahr 1926 werden erzählt. Eine besondere Beschreibung der Veränderungen und Erweiterungen auf dem Vorwerk Gallin und des Hauses Gallin ist enthalten.

Kap. XI - Ausführlich wird als Sonderthema vom Entenfang Etablissement berichtet. Die Geschichte des Kleinen (Alten) Entenfang Sees und des Großen Entenfang Sees hat mit der Entwicklung des Gallin und der Siedlung Wildpark-West zwar keinen besonderen Zusammenhang, jedoch bietet seine Lage zwischen dem Jagdgebiet der Hohenzollern, dem Wildpark und dem Bereich des Vorwerkes Gallin bzw. Wildpark-West interessante Aspekte Potsdamer Geschichte ab dem Jahr 1694 bis in das Jahr 1871. Der Entenfangbetrieb war unterbrochen von 1714 bis zum Jahr 1747. Die vom Volksmund als ´Entenfängerteiche´ bezeichneten Torfstichteiche, rechts und links des Werderschen Dammes gelegen, bieten zwar einen idyllischen Blick in die Natur, haben aber mit dem Entenfangbetrieb der Hohenzollern nicht das Geringste zu tun.

Kap. XII - Das letzte und kürzeste Kapitel stellt eine kleine Sammlung von Fundstücken zum Königlichen Wildpark dar. In den Domänen-Akten und Oberhofjagdamts-Akten des Geheimen Staatsarchivs zu Berlin, in den Karten des Samuel von Suchodoletz von 1680, in der Dokumentensammlung von Adolph Friedrich Riedel ab 1839, in einem Artikel der „Illustrierten Zeitung" Leipzig von 1845, in den Beschreibungen des Carl Ludwig Häberlin (gen. Belani) von 1855 und in den Akten des Pr. Br. Rep. 7 A Potsdam des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA) fanden sich kleine Berichte und Darstellungen zum Thema „Wildpark, Jagdgebiet der Hohenzollern".


Quelle: Märkische Geschichte

Marianna v. Klinski-Wetzel/Gerhard Mieth: Wildpark-West a. d. Havel - Die Geschichte der Wiese Gallin

Zu bestellen über: marianna.von.klinski@t-online.de

Erschienen im Selbstverlag: 34,80 Euro.

Erhältlich: Buchhandlung Internationales Buch, Brandenburger Str. 41-42, 14467 Potsdam
                 Potsdamer Antiquariat, Lindenstraße 10, 14467 Potsdam
                   


Marianna von Klinski-Wetzel

Marianna von Klinski-Wetzel














Geboren wurde Marianna v. Klinski-Wetzel 1939 in Münster/Westfalen. Nach ihrer Geburt zog die Familie nach Wildpark-West und lebte dort bis 1957.

Foto: I. Lauwaßer 2017

Marianna v. Klinski besuchte die Grundschule in Geltow, die Oberschule in Potsdam, absolvierte ihr Abitur und Studium in Berlin-Charlottenburg mit dem Abschluss als Lehrerin für Kunst und Werken.

Sie heiratete den aus Potsdam stammenden Dr. Peter R. Wetzel. Sie haben zwei Töchter und einen Sohn. Aus beruflichen Gründen hielt sich die Familie einige Jahre im Ausland auf,  lebte in der Schweiz, in Brasilien und in Südafrika.

Im Jahr 2002 zog das Ehepaar Klinski-Wetzel von Weinheim a. d. Bergstraße zurück in den Raum Potsdam, nach Wildpark-West. In dem heutigen Gemeindeteil von Geltow hat die pensionierte Lehrerin bis 1957 mit ihren Eltern gelebt. Den Vater, der unbedingt die Großstadt Berlin mit der Stille der Havel und des Waldes als Wohnort tauschen wollte, hat sie bestens verstanden. „Auch ich wollte in diese Landschaft zurück", bekennt Marianna v. Klinski-Wetzel. Hier in Wildpark-West traf sie ihren ehemaligen Geschichtslehrer von der Grundschule Geltow, Gerhard Mieth, wieder. Sie kamen schnell ins Gespräch. Vor allem die Geschichte ihres Heimatortes bewegte sie beide. Mieth war ein leidenschaftlicher Forscher in puncto Wildpark-West. Er sammelte Materialien, stöberte in Archiven oder notierte Ereignisse. Zwölf Aktenordner sind in fast zwanzig Jahren daraus geworden. Zum 1000-jährigen Bestehen Geltows 1993 konnte er eine Broschüre veröffentlichen. Aber Gerhard Mieth wusste, dass man aus dem Material mehr machen könnte, ein Buch. Und eines Tages sagte der Lehrer zu seiner einstigen Schülerin: „Wir machen es gemeinsam". Der Tod verhinderte aber dieses Vorhaben. Doch vorher legte er das gesamte Material in die Hände von Marianna v. Klinski-Wetzel. Mieth wusste, dass sie sich sehr für Geschichte interessiert, nicht nur so zum Spaß, sondern professionell. Außerdem hatte er in Erfahrung gebracht, dass sie sich bereits intensiv mit der Genealogie ihrer Familie, derer v. Klinski, die aus Westpreußen stammt, beschäftigte und darüber auch Beiträge veröffentlichte. Genaues Quellenstudium und präzise Auswertung sind dabei gefragt. „Ich habe gelernt, Kirchenbücher zu lesen, Lehnverhältnisse, Verleihungen und Verschenkungen zu hinterfragen, Pachtverhältnisse und deren Verläufe zu beschreiben", erzählt Marianna v. Klinski-Wetzel. All dies kam ihr bei der Erforschung der Geschichte von Wildpark-West zugute, mit der sich die Autorin seit vielen Jahren leidenschaftlich beschäftigt. Natürlich gab es während des Studiums auch neue Erkenntnisse. Daher mussten so manch bisherige Aussagen korrigiert werden.

 

Text bearbeitet: Quelle: 07.03.2008, PNN, Klaus Büstrin

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