Künstler

"Impressionen von Werder"

"Wenn es etwas gibt, für das es sich zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen"
                                                                                                                            Platon

Ein Satz, durch dessen Aussage sich Impressionisten in ihren eigenen Theorien über Farbe und Form bestätigt fühlen. Sie betonten neue Aspekte der Wirkungsweise des natürlichen Lichts, vor allem die Reflexion des Lichtes und die Spektralfarben.

Im einundzwanzigsten Jahrhundert, in einer Welt zunehmender Digitalisierung, wird die Fotografie gerade durch die Möglichkeiten der Bearbeitung zu einer visuellen Kultur. Bilder prägen unsere Wirklichkeit und Wahrnehmung. Fotografien werden zu einer wichtigen Informationsquelle, sie erhalten den Status von Geschichtsbildern. Gerade hier steht die Entwicklung der Postkarte im engen Zusammenhang mit der Fotografie. Die grenzenlose Reproduzierbarkeit der Bilder löste herkömmliche Techniken wie den Kupfer- und Stahlstich oder die Lithografie ab.

Evelyn Liebig-Lingnau lebt seit 2002 in Werder, und gerade diese "Postkartenidylle" regte sie an, genau hinzuschauen und mit dem Medium Fotografie eine spezielle Sicht ihrer Wahrnehmung festzuhalten. In den Fotografien sind die technisch hergestellten, räumlichen und zeitlichen Ausschnitte der Wirklichkeit allein der Wahrnehmung der Fotografin überlassen.

In den Impressionen von Evelyn Liebig-Lingnau sehen Sie hier verschiedene Dinge, digital bearbeitet. Fotografisch gesehen eine Herausforderung durch den Lichteinfall, man muss die Augen aufmachen, um die schönen Dinge zu sehen ...

Es gibt Fotos, deren Aussage die Welt veränderte, die Menschen beeinflusste. Bilder, die Probleme ansprechen, Bilder, die manchmal erst beim zweiten Blick preisgeben, was sie aussagen wollen.

Ingeborg Lauwaßer

Bei Anfragen zu Fotos :

E.Liebig-Lingnau@web.de


"Schwarz, schön, Du"

Schwarz. Schön. Du.
Über den Rand der Teetasse
fange ich deinen Blick auf -
Was denkst du, Katze?
Woher dieser unergründliche Ausdruck deiner Augen?
Was geht in dir vor,
während du bewegungslos daliegst auf der Heizung
und deine Augen nicht von mir abwendest,
gar nicht daran denkst?
Woher diese Ruhe, Kühle, Ausgeglichenheit,
der milde Spott, ein Schein von Mitleid?
Kein bisschen Angst, keine Hilflosigkeit,
nicht die Spur von Unterlegenheit in deinem Blick
während des kurzen Moments endlosen Sichansehens,
keine Frage, keine Zeichen, keine Antwort.
Und doch sekundenbruchteillange Verständigung,
stumme Mitteilung von dir an mich,
die mich an der Überheblichkeit der Menschen,
sich als vernunftbegabte, gottgleiche Wesen zu sehen,
verzweifeln und mir schmerzhaft bewusst werden lässt,
ich weiß, Du bist,
was ich nie sein werde.

© Evelyn Liebig-Lingnau, 1977
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